Ich wurde einer Frau mit Morbus Crohn empfohlen. Diese rief mich in ihrer Not an. Sie litt seit 10 Jahren an Morbus Crohn. Seit einer Covid-Erkrankung kamen die Schübe nun in sehr kurzen Abständen. In dieser Notfallbehandlung lag der größte Stress auf dem Anblick von Blut in der Toilette und die Befürchtung, dass es schlimmer und ihre Welt zusammenbrechen werde. Dieses Bild und diese Vorstellung haben wir abgelöst, womit eine große Erleichterung einherging. 

Eine weitere Sitzung folgte eine Woche später. Sie fühlte sich in den ersten Tagen nach der Akutbehandlung besser, jedoch blieben die Symptome gleichstark bestehen. Ich erklärte ihr, dass ich in der Akutsituation nicht an den Symptomen selbst gearbeitet hatte, sondern an ihren Ängsten und Befürchtungen, damit sie zunächst einmal klarer und souveräner mit der Situation umgehen könne. 

Die Klientin schilderte ein Kindheitstrauma, das sie mit 13 Jahren durch den Tod ihres Vaters erlitten hatte. Hierzu gab es zwei Stressauslöser. Ihre Cousine sagte damals zu ihr: "Dein Vatti ist gefallen." Der andere Stressauslöser war, ihren Vater zu Hause tot im Bett liegen zu sehen. Wir fingen mit dem Satz "Dein Vatti ist gefallen" an. Es kam einiges in Bewegung. Danach war der Druck auf der Brust weg. Auch die tiefe Traurigkeit, die sie beim Hören dieses Satzes empfand, war nicht mehr da. Da diese Sitzung intensiv war, schloss ich sie mit der Integration ab und verordnete die nächste Sitzung in drei Tagen. So bekam der Heilungsprozess über das Wochenende Zeit zur Integration.

Zur nächsten Sitzung sagte sie mir, dass es ihr sehr gut gehe, und sich alles zurück entwickelt habe. Sie habe seit der letzten Sitzung nicht mehr zur Toilette gemusst, und anstatt die Cortison-Dosis verdoppeln zu müssen, konnte sie sie nun halbieren. Sie war sehr erleichtert und sehr froh. Wir machten weiter mit dem Bild, wie sie den toten Vater im Bett liegen sieht. Sie stand am Fußende des Bettes und ihre Mutter, ihre Schwester ein Onkel und ihre Oma, die Mutter ihres Vaters standen um das Bett herum. Außerdem waren noch Notärzte zugegen. Ihren Vater da so zu sehen und den Schmerz ihrer Oma zu spüren, war für sie das Schlimmste. 

Ich wand mich dem Anblick ihres toten Vaters zu und fragte sie, ob hier etwas als besonders belastend hervorsticht. Die Klientin sagte: "Dieses Schwarz. Er hatte diesen schwarzen Anzug an." Aber sie reagierte auch auf "dieses Weiß", was so sehr im Kontrast zu dem schwarzen Anzug stand. Die Hände ihres Vaters waren mit einem weißen Tuch zusammengebunden, und sie erwähnte auch das weiße Tuch um den Kiefer ihres Vaters. Die Binde um den Kiefer hatte hier die meiste Stressladung. Alles zog sich dabei in ihrem Körper zusammen, und sie verspürte Angst und Traurigkeit. Also machten wir eine Sequenz auf diese weiße Binde um den Kiefer ihres Vaters. 

Während der Behandlung sah die Klientin auf einmal die Situation im Leichenschauhaus. Sie sah "dieses Dunkle", und wie plötzlich das Licht anging, und sie in das tote Gesicht ihres Vaters schaute. Sie verspürte totales Verkrampfen im ganzen Körper und starke Angst. Es war das plötzliche Erblicken des toten Gesichts ihres Vaters. Mit dem Einverständnis meiner Klientin, machten wir eine weitere Logosynthese-Sequenz auf diese visuelle Erinnerung.

Nach dieser Seuqenz kam meiner Klientin die Erkenntnis, dass sie seitdem sowohl für ihre Mutter als auch für ihre Großmutter stark sein muss, damit ihnen nicht auch was passierte. Also machten wir eine letzte Logosynthese-Sequenz auf die Vorstellung " Ich muss für meine Mutter und für meine Großmutter stark sein, damit ihnen nicht auch was passiert."

Hier gab es letztendlich ein unglaubliches Loslassen. Meine Klientin spürte, wie jemand sich hinter sie gestellt und seine Hände segnend und beschützend auf ihre Schultern gelegt habe. Es war ein unglaublich ergreifender Moment. Meine Klientin war spürbar bewegt und erleichtert. Hier wurde die Sitzung rund. Wir verankerten die Behandlungen, und vereinbarten noch einen letzten Nachsorge-Termin. Hier gab es aber keine weiteren Belastungen mehr.


Dauer: 3 Sitzungen (Telefon)