Ein Mann, Mitte 50, kam zu mir, weil er mit seinem Vorhaben – eine berufliche Neupositionierung - nicht in die Gänge kam. Er wusste, was zu tun war, aber er setzte es einfach nicht um. Es ging um Internetauftritte, kleine YouTube-Filmchen, etc. Ein generelles Problem, sich zu zeigen, also sichtbar zu sein, hatte er nicht. In seinem alten Beruf habe er auch öfter Vorträge halten müssen. Das sei nicht das Thema. Ich sagte, dass es aber einen Unterschied mache, sich mit einer Sache, die einem am Herzen liege, authentisch zu zeigen, oder etwas zu verkaufen, also eine Rolle zu spielen und einfach nur einen Auftrag „abzuarbeiten“. 

Irgendwann kam im Laufe des Gespräches seine Mutter mit ins Spiel. Er sagte in einem abfälligen und arroganten Ton, dass er das Thema mit ihr bereits bearbeitet und sie schon vor Jahren losgelassen habe.

Da er aber gereizt reagierte, schien da noch etwas mit seiner Mutter zu sein. Seine Energie war noch in kindlichen Erfahrungen mit seiner Mutter gebunden.

Seine Mutter habe ihm nie etwas zugetraut. Er durfte nie etwas tun, mitmachen oder dabei sein. Immer hieß es: „Lass das lieber, du machst nur Unordnung und etwas kaputt. Du kannst das nicht und machst es nicht richtig.“ 

Wir wendeten Logosynthese auf die Wahrnehmung seiner Mutter an, wie sie sagt: „Lass das, das kannst du nicht. Du bringst nur Unordnung.“ 

Die Runde war intensiv. Danach war er sichtlich erleichtert. Der kindliche Anteil in ihm reagierte auf das Verhalten seiner Mutter mit Resignation, Rückzug und Selbstsabotage in Form von Wut, die er innerlich gegen sich selbst richtete. Hier war seine Lebensenergie erstarrt.

Mein Klient merkte nun, wie sehr er sich Aufmunterung und Ermutigung von seiner Mutter gewünscht hätte. Erst jetzt konnte er diesen Wunsch wahrnehmen. Denn er wurde bisher von der Wut verdeckt. Also machten wir noch eine Runde, um die Energie aus dem Wunsch zu befreien.

Nach diesen Runden erklärte ich ihm, dass er in diesem Bereich von der Energie, die noch in seinem kindlichen Schutzmechanismus gebunden war, unterbewusst gesteuert wurde. Seine Wut auszudrücken, also die Energie aus dem Muster zu befreien, hätte das Risiko mit sich gebracht, seine Mutter zu verlieren (was natürlich nicht stimmt, aber vom Kind so empfunden wird) 

Da gleichzeitig - und hier kommt es zum Konflikt als tatsächliche Ursache für diese Blockade - der Wunsch bestand, von ihr Aufmunterung und Ermutigung zu erhalten, konnte er dieses Risiko nicht eingehen. Er war gefangen, seine Energie an diesem Punkt erstarrt.

Der Mann war positiv überrascht, erlöst und glücklich. Vor allem diese Erkenntnis, die für ihn so stimmig war, hat seine Sichtweise auf sich selbst enorm erweitert. Die Blockade war weg. Zwei Wochen später gab er mir die Rückmeldung, dass er wie ausgetauscht sei. Alles gehe ihm leicht von der Hand, und er sei mit seinem Projekt in einem "wunderbaren Flow".

Dauer der Behandlung: 90 Minuten (onsite)